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Datum: 10.04.2026

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Hand in Hand Halt finden

Hoher Arbeitsaufwand, Prüfungsdruck, psychische Belastungen und finanzielle Sorgen zählen heute zu den größten Stressoren Studierender. Welche Krankenkassen angehenden Akademikern während der herausfordernden Hochschulzeit heilend und helfend zur Seite stehen

Foto: iStock HINDERNISSE ÜBERWINDEN: Bei Fragen zu Prävention und Heilung von Krankheiten lassen die Kassen ihre versicherten Studierenden nicht im Stich

Barack Obama erinnert sich gern an seine Studienzeit an der Columbia University zurück. Im Rückblick betrachtet der beliebte Ex-Präsident der USA diese Phase seines Lebens als „philosophische Selbstfindung“ auf der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Nächtelang habe er intensiv über Philosophie, Basketball und Jazz mit den Kommilitonen an der Columbia diskutiert.

Echt Hardcore. Doch blicken leider nicht alle fast drei Millionen Studierenden in Deutschland so positiv wie der US-Demokrat auf ihren Alltag an der Uni: fremde Stadt, wenig Freunde, viel zu kleine Bude zum Wohnen, massig Klausuren, die kurz aufeinanderfolgen. Und obendrein kaum Kohle für ein gutes, gesundes Essen. So wundert es nicht, dass viele der Hochschülerinnen und -schüler von psychischen Belastungen berichten. Daten des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit zufolge leiden in einzelnen Fach- bereichen etwa ein Viertel der Studierenden an depressiven Symptomen und rund ein Drittel an Angststörungen.

„Psychische Belastungen unter Studierenden nehmen seit Jahren deutlich zu, mit teils gravierenden Folgen für den Studienerfolg, das Wohlbefinden und die Funktionsfähigkeit des Hochschulsystems“, warnt Oliver Tüscher, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Universitätsmedizin Halle.

Über zwei Drittel der Studierenden in Deutschland und Österreich fühlen sich mittlerweile durch ihr Studium ziemlich bis sogar sehr gestresst. Hoher Arbeitsaufwand, Prüfungsdruck, psychische Belastungen und finanzielle Sorgen zählen zu den größten Stressoren. Mehr als die Hälfte berichtet darüber hinaus, dass aktuelle Weltgeschehnisse wie Inflation oder geopolitische Krisen ihre mentale Gesundheit spürbar beeinträchtigen. Zu diesen Ergebnissen kommt das Mental-Health-Barometer 2025 von Instahelp und Studo.

Besonders weibliche Studierende berichten von schlechter mentaler und körperlicher Gesundheit, höherem Stress und geringem Sicherheitsempfinden am Campus. „Dass sich Studentinnen am Campus weniger sicher fühlen, ist ein ernst zu nehmendes Warnsignal“, sagt Maximilian Rit-ter, Kooperationsmanager bei Studo. Studo ist eine App speziell für Studierende, die an über 60 Hochschulen genutzt wird. Deshalb biete man in der App mit der Funktion „Critical Alerting“ eine Notfall-Push-Benachrichtigung an, mit der Hochschulen ihre Studierenden in Gefahrenlagen sofort per Smartphone erreichen könnten, erläutert Ritter.

Das Mental-Health-Barometer verdeutlicht: Zwar haben die Studierenden ihre missliche Lage erkannt, unternehmen aber zu wenig, um dem Dilemma zu entkommen. Rund 71 Prozent der Studierenden halten mentale und körperliche Gesundheit für gleich wichtig, doch im Alltag spiegelt sich das kaum wider. Knapp die Hälfte investiert wöchentlich gerade einmal zwei bis fünf Stunden in Bewegung, Ernährung und soziale Kontakte – für die Psyche bleibt wenig Zeit. Rund 68 Prozent nehmen sich keine bis maximal eine Stunde pro Woche Zeit für ihre mentale Gesundheit, etwa durch Reflexion, Meditation oder Beratung.

Kurzum: Das Bewusstsein ist zwar da. Doch es scheint den Studierenden oft leider an Zeit, Routinen und Strukturen zu fehlen, um im Alltag wirklich gut für sich sorgen zu können. Dabei ist die Bereitschaft, fremde Hilfe anzunehmen, überaus groß: Gut 86 Prozent der Hochschülerinnen und -schüler wünschen sich laut Mental-Health-Barometer bei mentalen Problemen schnelle, professionelle Unterstützung. Auffällig! Weibliche Studierende wären dabei eher bereit, professionelle Hilfe anzunehmen.

Gehör gefunden. Der Hilferuf Studierender hat längst Gehör bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hierzulande gefunden. AOK & Co. ist klar, dass es primäres Ziel ihrer umfassenden Gesundheitsversorgung sein muss, Studierende möglichst frühzeitig so zu stärken, dass sie vor Krankheiten geschützt sind. Damit rücken Prävention und Frühintervention in den Mittelpunkt der GKV-Betrachtung.

Welche Krankenkassen jetzt Studierenden auch außerhalb des Campus mit einem umfangreichen medizinischen Service- und Leistungsportfolio bei angeschlagener Psy- che und Physis effektiv unter die Arme greifen, zeigt die aktuelle Analyse des Deutschen Finanz-Service Instituts (DSFI) in Köln im Auftrag von FOCUS MONEY. Mithilfe einer ausgeklügelten Methodik (s. Seite 78/79) haben die Experten des DFSI jene gesetzlichen Kassen herausgefischt, welche für jüngere Zielgruppen erste Wahl sind (s. Tabelle S. 78). Unter die Lupe kamen dabei Zusatzleistungen, etwa eine Hautkrebsprävention schon ab dem 20. Lebensjahr – gesetzlich vorgeschrieben ist die Leistung erst ab 35 Jahren –, Check-up-Untersuchungen vor dem 35. Lebensjahr oder ein Coaching speziell für Studierende.

Besonderes Augenmerk galt in der Untersuchung den Krankenkassen, die sich mit fairen Bonusprogrammen exponieren. „Dazu gehören jene, die mit einer überschaubaren, realistischen Anzahl an Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit ihren Versicherten hohe Prämien gewähren“, resümiert Thomas Lemke, Geschäftsführer des DFSI (s. Tabelle S. 79).

Im Team mit der TK. Um gesundheitliche Gefahren bei Studentinnen und Studenten möglichst zu minimieren und sie während der Hochschulzeit leistungsfähig zu halten, kooperieren viele Universitäten in Deutschland bei der Implementierung eines nachhaltigen Gesundheitsmanagements mit der bundesweit agierenden Techniker (TK). Die TK engagiert sich bereits seit gut zwei Jahrzehnten mit diversen Ansätzen für ein übergreifendes sogenanntes Hochschulisches Gesundheitsmanagement (HGM). Aus einer Kooperation der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen Bremen und der Techniker ist das Kompetenzzentrum Gesundheitsfördernde Hochschulen (KGH) entstanden. Der Arbeitsschwerpunkt des KGH liegt im studentischen Gesundheitsmanagement in den Bereichen der Wissensbündelung und -verbreitung. Im Rahmen des HGM unterstützt die Techniker die Universitäten etwa mit Analysen, investiert in Maßnahmen zur Steigerung der Gesundheitskompetenz und fördert Netzwerke.

Total digital. Einfach, schnell und digital muss heute der Kontakt für Hochschüler zu ihrer Kasse sein. Darum bieten die Top-Kassen angehenden Akademikern auch Gratis-Smartphone-Apps an, mit deren Hilfe sie etwa Krankmeldungen und Immatrikulationsbescheinigungen neben Rechnungen für Impfungen und Osteopathie mühelos digital bei der Kasse einreichen können.

Manche Krankenkassen haben ihre Apps inhaltlich so breit aufgestellt, dass Versicherte diese auch als Fitnesstracker beim Joggen nutzen können, um mit jedem Schritt Bonuspunkte zu sammeln.

Bis maximal zur Vollendung des 25. Lebensjahrs kommen Hochschüler bei den gesetzlich versicherten Eltern beitragsfrei unter. Hat sich das Studium wegen eines freiwilligen Wehr- oder eines Freiwilligendiensts verzögert, verlängert sich die Familienversicherung um dessen Dauer, maximal um ein Jahr! Um 2026 als Studierender beitragsfrei krankenversichert zu sein, darf man zudem aus einem Nebenjob kein regelmäßiges monatliches Gesamteinkommen über 565 Euro erzielen. Bei einem Minijob hingegen sind es 603 Euro pro Monat.

Wichtig! Werden diese Grenzen einmal für weniger als zwei Monate innerhalb der vergangenen zwölf Monate überschritten, bleibt die Familienversicherung trotzdem weiterhin bestehen. Gut zu wissen: BAföG oder die Unterstützung durch die Eltern zählen dabei nicht als Einkommen!

Ist die Familienversicherung keine Option mehr, müssen sich Hochschüler selbst versichern. Dafür haben die gesetzlichen Krankenkassen einen – relativ – günstigen Studierendentarif aufgelegt. Dieser richtet sich nach dem jeweils aktuellen gesetzlichen BAföG-Bedarfssatz von 855 Euro. Vom Bedarfssatz ziehen AOK & Co. 10,22 Prozent ab, macht monatlich 87,38 Euro. Hinzu kommt der kassenindividuelle Zusatzbeitrag plus – abhängig vom jeweiligen Alter des Studierenden – der Beitrag zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung.

Ein Beispiel: Beim DFSI-Testsieger Techniker Krankenkasse müssten Hochschüler im Studierendentarif bei einem aktuellen Zusatzbeitrag von 2,69 Prozent monatlich insgesamt 110,38 Euro berappen. Dazu bittet die Pflegeversicherung kinderlose Studierende ab 23 Jahren jeden Monat mit 35,91 Euro (mit einem Kind 30,78, mit zwei Kindern nur 28,64 Euro) zur Kasse.

Aus der studentischen Krankenversicherung rutscht, wer älter als 37 Jahre ist. Dies hat das Bundessozialgericht im Oktober 2014 entschieden (Az. B 12 KR 17/12 R). Ist dies der Fall, müssen sich betagtere Semester freiwillig bei einer Krankenkasse versichern. Freiwillig versicherte Studierende ab 23 ohne Kind zahlen etwa bei der TK monatlich 220,03 Euro. Hinzu kommen 55,37 Euro jeden Monat als Beitrag zur Pflegeversicherung. Nicht gerade günstig!




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