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„Zweijahresschule“ soll nach 20 Jahren Leerstand zu einem Innovationsort werden
mz.de (Mitteldeutsche Zeitung)
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Datum: 12.04.2026
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„Zweijahresschule“ soll nach 20 Jahren Leerstand zu einem Innovationsort werden
Die ehemalige Betriebsberufsschule des Mansfeld-Kombinats in Eisleben steht seit 20 Jahren leer. Jetzt soll das Gebäude mit dem großen Saal umfassend saniert und zu einem Labor für Firmengründer umgestaltet werden.
Eisleben/MZ - Es ist ein Ort, mit dem sich unzählige Erinnerungen verbinden: die ehemalige Betriebsberufsschule „Hans Seidel“ des Mansfeld-Kombinats an der Querfurter Straße in Eisleben, auch als „Zweijahresschule“ bekannt. Doch seit mittlerweile mehr als 20 Jahren steht das Gebäude mit dem großen Saal leer.
Jetzt soll der Erinnerungs- zu einem Innovationsort werden. Der Landkreis Mansfeld-Südharz will hier ein sogenanntes MakerLab einrichten – einen „Experimentierraum für Macher“, so Landrat André Schröder (CDU).
25 Millionen Euro Strukturwandelmittel werden investiert
„Es gibt keinen besseren Ort für den Strukturwandel“, sagte Schröder beim symbolischen Baustart. Durch die denkmalgerechte Sanierung werde ein städtebaulicher Missstand beseitigt und das Objekt erhalte eine neue Nutzung. Bis zur geplanten Fertigstellung 2029 werden 25 Millionen Euro aus dem Strukturwandelprogramm „Sachsen-Anhalt Revier 2038“ in das Projekt fließen. „Wir wollen aber keine hohle Hülle schaffen, sondern das Gebäude mit Leben erfüllen“, betonte der Landrat.
Eine zentrale Bedeutung bei der Sanierung und Umnutzung des Anfang der 1950er Jahre erbauten Schulgebäudes kommt dem großen Saal zu. Der Saal diente zu DDR-Zeiten nicht nur als Speiseraum für die Lehrlinge, sondern wurde auch für Veranstaltungen, Jugendweihen, Konzerte und Tanzturniere genutzt. Nach der Wende fanden hier auch Kreistagssitzungen statt. In den vergangenen 20 Jahren hatte es Pläne für einen Umbau zu einer Sporthalle gegeben, die allerdings nicht umgesetzt werden konnten.
Wie Lars Goldschmidt vom Gebäudemanagement des Landkreises erläuterte, wird der Fußboden des Saals um circa 2,50 Meter abgesenkt, um einen barrierefreien Zugang vom Eingangsfoyer aus zu schaffen. Denn bislang muss man vom Foyer über eine Treppe in den Saal gehen. Das Bergarbeiterdenkmal im Foyer werde auf jeden Fall erhalten bleiben, so Goldschmidt.
In der unteren Ebene des Saals werden an den Wänden Büros beziehungsweise andere Räume eingebaut. In der Mitte entsteht ein offener Begegnungs- und Arbeitsbereich. Darüber wird eine zweite Ebene eingezogen, allerdings nicht als geschlossene Decke, sondern als umlaufende Galerie. Hier werden weitere Arbeits- und Beratungsräume angeordnet.
Die Galerie mit der offenen Mitte ermöglicht es, dass der Saal-Eindruck erhalten bleibt und gleichzeitig der Raum optimal genutzt werden kann. Auf einer dritten Ebene wird es ebenfalls Arbeits-, Büro- und Begegnungsräume geben.
Gebäude und Parkanlage stehen unter Denkmalschutz
Der jetzige kleine Saal über dem Foyer bleibt bestehen und kann für Veranstaltungen genutzt werden. In dem Gebäudeteil, das sich an den großen Saal anschließt, werden Technik-, Werkstatt- und Laborräume eingerichtet. Vom großen Saal wird es auf eine Terrasse gehen.
Äußerlich werde sich das Schulgebäude aufgrund des Denkmalschutzes kaum verändern, sagte Goldschmidt. Der Architekt sei Franz Ehrlich gewesen, der am Dessauer Bauhaus bei Walter Gropius studiert habe. Der Denkmalschutz beziehe sich auch auf die Parkanlage zur Querfurter Straße hin.
Laut Goldschmidt werden zunächst bauvorbereitende und Abbrucharbeiten beginnen. Der eigentliche Bau werde voraussichtlich Anfang 2027 starten. Die Fertigstellung sei bis Ende 2029 geplant.
Das MakerLab, das hier nach der Sanierung entstehen wird, soll Gründer, Startups und kleine Unternehmen fördern. Zum einen geht es dabei um Austausch, Zusammenarbeit und Vernetzung. Zum anderen sollen professionelle digitale und andere Technologien bereitgestellt werden.
Das MakerLab solle eine „Denkwerkstatt“ und ein Experimentierlabor sein, wo man sich ausprobieren könne, so Diana Reise, Geschäftsführerin der Standortentwicklungsgesellschaft (SEG) Mansfeld-Südharz. „Wir benötigen viele Partner und Kooperationen“, sagte sie. Das Projektbüro bei der SEG sei bereits dabei, Akteure zu akquirieren und Netzwerke zu bilden. So sei man im Gespräch mit den Hochschulen in der Region sowie mit der regionalen Wirtschaft.
Telepflege, Grundstoffindustrie und Digitalisierung
Als Schwerpunkte des MakerLabs sind die Telepflege, die Grundstoffindustrie und die Digitalisierung angedacht, so Reise. „Wir sind aber auch noch offen dafür, wo es Bedarfe gibt.“ Im Bereich Telepflege ist in Sangerhausen bereits die TPG aktiv, die „Innovationsregion für digitale Transformation der Pflege und Gesundheitsversorgung“, die an der Martin-Luther-Universität Halle angesiedelt ist.
Die TPG initiiert Forschungsprojekte, um mit digitalen Mitteln insbesondere in ländlichen Regionen Pflege und Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Wie zum Beispiel mit Telemedizin in Seniorenheimen oder Medikamentenlieferungen per Drohne. „Wir können aus der Herausforderung des demografischen Wandels einen Exportschlager machen“, so TPG-Koordinator Karsten Schwarz.
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